Dietmar Schäfers, stellvertretender Bundesvorsitzender der IG BAU und Verhandlungsführer in der laufenden Bau-Tarifverhandlung (Foto: IG BAU)
08.05.2014
Archivmeldungen 2014
Nach mehr als 24 Stunden intensiven und sehr schwierigen Diskussionen haben die Tarifparteien des Bauhauptgewerbes am 6. Mai ein vorläufiges Verhandlungsergebnis erzielt: Neben Lohnsteigerungen um 3,1% (West) und 3,8% (Ost) zum 1. Juni 2014 und einer weiteren Erhöhung um 1. Juni 2015 ist eine spürbare Erhöhung der Fahrtkostenerstattung und die Einführung einer betrieblichen Altersrente in Ostdeutschland geplant. Für den 21. Mai lädt die Hamburger Fachgruppe deshalb zu einer außerordentlichen Sitzung, um über ein Votum für die Verhandlungskommission zu diskutieren. Los geht´s um 18.30 im Sitzungsraum des Bundeshauses.
Die Verhandlungsführer der beiden Arbeitgeberverbände Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) sowie Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) werden ihren Gremien das Gesamtpaket jetzt noch erläutern und der IG BAU in Kürze mitteilen, ob das übliche, bis zum 5. Juni 2014 laufende Abstimmungsverfahren eingeleitet werden kann.

Der in der vierten Tarifrunde erzielte Kompromiss sieht für die rund 760 000 Baubeschäftigten insbesondere eine Tariflohnsteigerung ab dem 1. Juni 2014 in Höhe von 3,1 und ab 1. Juni 2015 in Höhe von 2,6 Prozent bei einem anfänglichen Nullmonat und einer Gesamtlaufzeit von 24 Monaten vor.

Im Osten kommt ein Angleichungsschritt der Ost- an die Westlöhne in Höhe von 0,7 Prozentpunkten hinzu. Die Fahrtkostenerstattung soll spürbar auf 20 Cent je gefahrenem Kilometer angehoben werden und es ist vorgesehen, dass – zeitlich gestreckt – auch für die Beschäftigten im Osten eine grundlegend reformierte betriebliche Altersvorsorge eingeführt wird.

Selten mussten wir bei einer Tarifrunde derart viele Themen verhandeln, die alle miteinander verknüpft sind. Zeitweise sah es nicht mehr danach aus, dass wir noch zu einer Lösung kommen. Dass nun doch ein vorläufiges Ergebnis vorliegt, ist Ausdruck der hohen Disziplin und des starken Verantwortungsbewusstseins beider Seiten. Es stellt einen für alle Tarifparteien tragbaren Kompromiss dar, dem alle zustimmen sollten“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers.