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- 29.08.2013 "Es tut mir leid, Sie haben das...
"Es tut mir leid, Sie haben das verantwortet ..."
Nachdem Achim Bartels die Maurerarbeiten angeleitet hatte, führten Olaf Jablonski und Mark Elkan den Bau eines Gerüstes vor.
Nach Anweisungen des IG BAU-Bezirksvorsitzenden Matthias Maurer versuchte sich dann auch die Politik an der Gerüstbohle ...
Matthias Maurer forderte eine Anhebung des Rentenniveaus, die Rücknahme der "Rente mit 67" und eine Art "Alterskurzarbeitergeld".
Renate Kleinfeld verteidigte die Anhebung des Renteneintrittsalters, sprach sich aber für einzelne Korrekturen aus.
Jan van Aken will 1.050 Euro Mindestrente und stellte sich beim Thema Renteneintrittsalter hinter die IG BAU.
Manuel Sarrazin will eine steuerfinanzierte Grundrente, sagt aber: Auch die "Rente mit 67" ist prinzipiell notwendig, um die deutsche Wirtschaft wettbewerbsfähig zu halten.
Auch Sebastian Liebram steht hinter der "Rente mit 67". Er möchte aber "nicht verantworten, dass ein 67jähriger noch auf dem Gerüst steht."
Mit Interesse folgten die IG BAU-Mitglieder der Diskussion. Anschließend wurden teils provokante Fragen gestellt (alle Fotos: IG BAU)
"Man kann nicht davon sprechen, dass alle Rentnerinnen und Rentner in Deutschland schlecht behandelt werden", so Sarrazin, "sondern dass es unter den Generationen sehr große Ungerechtigkeiten gibt, die auch tendenziell noch zunehmen." Er könne verstehen, dass die Mitglieder der IG BAU "eine andere und körperlich härtere Arbeit verrichten, als beispielsweise Christian Ströbele", der mit 74 noch für die Grünen im Bundestag sitzt. Grundsätzlich aber sei der demografische Wandel vorhanden und damit die "Rente mit 67" notwendig - auch "um Deutschland international wettbewerbsfähig zu machen."
Als Steilvorlage nahm das Jan van Aken, rief sogleich ins Publikum: "Die Rente mit 67 war falsch, sie ist falsch, sie bleibt falsch und sie muss weg!" Damit erarbeitete er sich den einzigen lautstarken Applaus des Abends. DIE LINKE fordert - ähnlich wie das Rentenkonzept der IG BAU - die Erhöhung des Rentenniveaus auf die ehemaligen 53 Prozent, eine solidarische Mindestrente von 1.050 Euro/Monat und die Rückführung des Renteneintrittsalters auf 65 Jahre. Finanziert werden soll dass laut van Aken durch den Wegfall der Beitragsbemessungsgrenze, die Heranziehung aller Einkommensarten zur Rentenversicherung und den Produktivitätszuwachs.
Ein "sicheres Rentensystem" attestierte hingegen Sebastian Liebram. Der Hamburger FDP-Politiker hob die Bedeutung der "Riester-" und Betriebsrenten als weitere Säulen der Altersversorgung hervor und betonte wie Sarrazin die "Herausforderungen des demografischen Wandels". Liebram sprach sich für auskömmliche Löhne als Basis späterer Renten und ein "flexibles Renteneintrittsalter ab 60" aus - allerdings ohne das näher zu erläutern. Auch in der Frage der Mindestlöhne habe sich die FDP bewegt, spreche sich jetzt für branchenspezifische Lohnuntergrenzen aus.
Auch die junge BAU Hamburg beteiligte sich an der Diskussion. Hier im Bild Dennis Schönewerk und Carina Lehmann.
Achim Bartels vom Bezirksvorstand der IG BAU bei einer Nachfrage. Zuvor hatte er die Politiker vor dem Veranstaltungsort mauern lassen.
Nach Ende der Veranstaltung wurde munter weiter diskutiert. Jan van Aken und Sebastian Liebram im Gespräch mit der jungen BAU Hamburg (alle Fotos: IG BAU)
Olaf Harning